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 Johann Peter Herminghaus

Anschlusstafeln:Tabelle der ProminententafelnDiesterweg–Herminghaus (PDF/JPG), Henkel–Herminghaus (PDF/JPG), Kinkel–Herminghaus I (PDF/JPG), Kinkel–Herminghaus II (PDF/JPG), Köttgen–Herminghaus (PDF/JPG), Krafft–Herminghaus I (PDF/JPG), Langen–Herminghaus (PDF/JPG), Woeste–Herminghaus (PDF/JPG)
Tafelindex:Namenindex zu den Prominententafeln8 „Herminghaus“ auf 24 Anschlusstafeln

Personendaten:männlich (1792 – 1840) Eltern:Stammbaum  Verbindung:Familienblatt Anna Gertrud Rocholz* 26.04.1794 Neviges
≈ 05.05.1794 Neviges
∞ 26.07.1815 Neviges
  Johann Peter Herminghaus
∞ 28.08.1845 Wülfrath
  Johann Peter Ketzberg
† 23.09.1877 Wülfrath
  (1794 – 1877)

Anmerkungen und LiteraturBibliografie

Eltern im Taufeintrag: „Peter Herminghausen“ und „Anna Maria Muntenbroich“
hieß in der Geburtsurkunde „Peter Herminghausen“, 1849 (Hochzeit von Friedrich Wilhelm) „Peter Herminghaus“ und in der Todesurkunde „Johann Peter Herminghaus“

Lebensbeschreibung (aufgezeichnet durch Walter Herminghaus):
Peter Johann Herminghaus, geboren am 23.3.1792 in Kettwig als Sohn des Peter Herminghaus und der Anna Maria Muntenbroich, ist der erste in unserer Ahnenreihe, von dem uns noch mündliche Erinnerungen seines Sohnes Friedrich-Wilhelm überliefert wurden. Damals war eine unruhige, aber auch große Zeit, Epoche vieler Erfindungen, die das Leben der Menschen wandeln sollten. Goethe, Schiller, Kant, Mozart, Haydn, um nur einige zu nennen, schufen ihre Werke, während die Erfindung der Dampfmaschine und die Erzeugung brennbaren Gases aus der Steinkohle das industrielle Zeitalter einleiteten.
Peter Herminghaus heiratete mit 23 Jahren die 21-jährige Anna Gertrud Rocholz (Raucholz) verwitwete [falsch! F.H.] Peter Ketzberg, aus Neviges gebürtig, wo sie auch getraut wurden. Arm können sie nicht gewesen sein. In Wülfrath hatten sie ein schönes Fachwerkhaus nahe der Kirche mit Stallung für Pferd, Schweine, Ziegen und Hühner, dazu einige Morgen Land und einen Schuppen zur Aufarbeitung und Lagerung von Rosshaar. Peter Herminghaus hatte sich keinen leichten Beruf gewählt, er betrieb eine Rosshaarfabrik neben seiner kleinen Landwirtschaft. Man lebte damals sehr bescheiden. Zum Frühstück gab es Buchweizengrütze, mit Milch zu einem steifen Brei gekocht, und ein Stück selbstgebackenes Sauerbrot. Mittags kam eine große Schüssel auf den Tisch, in der selbstgezogenes Gemüse und Kartoffeln den Löwenanteil bildeten, denn das Pökelfleisch aus der Hausschlachtung musste das ganze Jahr reichen und wurde nur sonntags etwas reichlicher zugemessen. Mit Sonnenaufgang begann der Arbeitstag. Bei Sonnenuntergang hörte die Feldarbeit auf, das Vieh wurde versorgt und dann ging man nach kärglichem Abendmahl zur verdienten Ruhe. Da die kleine Landwirtschaft kaum den Lebensbedarf decken konnte, hatte Peter sich auf den Handel mit Rosshaar verlegt, dem damals begehrtesten Polstermaterial. Mit einer Gig, einem zweirädrigen Wagen, der von einem Pferd gezogen wurde, brachte er das Rohmaterial herein. In Kavalleriekasernen, bei Pferdehändlern, Pferdemetzgern, Gestüten und größeren Bauernwirtschaften kaufte er Rosshaar auf. Gleichzeitig setzte er das Fertigfabrikat Steifleinen bei Schneidern, gekräuseltes Rosshaar bei Polsterern und langes, gerades Rosshaar bei Besen- und Bürstenbindern und Siebemachern ab. Bei Wind und Wetter war er draußen, wenn es die eigene Landwirtschaft und die Arbeit daheim irgend zuließ. Oft blieb er tagelang unterwegs, nächtigte in Fuhrmannsherbergen und kam nie heim, ehe die zehn Leinensäcke, die sein Wägelchen fassen konnte, prall gefüllt waren.
In seinem Schuppen wurde das Rohmaterial gelagert. Bei schönem, trockenem Wetter wurde es gewaschen und in großen Netzen auf dem Hofe zum Trocknen ausgebreitet. Anschließend wurde es sortiert. Langes weißes Haar für Violinbögen brachte den höchsten Preis, war aber nur selten zu verkaufen. Auch die langen schwarzen Haare brachten noch einen guten Preis. Die kurzen Haare gingen alle durch die Kräuselmaschine und wurden bei den Polsterern abgesetzt. Gerade so fleißig wie Peter war seine Frau. Sie webte die langen Haare auf ihrem Webstuhl zu Steifleinen, das bei den Schneidern gut abzusetzen war.
Es muss eine sehr harmonische Ehe gewesen sein, die die Eheleute führten. Sieben Kinder wurden ihnen geboren, die fromm und liebreich erzogen und schon früh zu allen anfallenden Arbeiten herangezogen wurden. Man war noch Selbstversorger. Feld und Garten mussten hervorbringen, was zum Leben benötigt wurde. Geld war knapp. Licht spendeten die trüben Öllämpchen. Großvater erzählte, dass im Winter, wenn die Tage so kurz waren und die Mutter die Kinder zum Schweinefüttern und zu sonstigen Verrichtungen heranzog, weil sie selbst mit der Arbeit sonst nicht durchkommen konnte, es häufig vorkam, dass die Kinder vor der offenen Ofentür liegend die Schularbeiten machen mussten, weil das die einzige Stelle im Hause war, wo man noch leidlich sehen konnte. War dann die Arbeit nicht gut ausgefallen, wurde die Tafel erbarmungslos ausgewischt und noch einmal vollgeschrieben. Man muss nicht denken, dass die Eltern deshalb zu hart mit den Kindern umgegangen wären. Das Leben war karg und hart für alle; aber wenn irgend möglich, gönnte man sich auch frohe Stunden und Entspannung. Sonntags nach der Kirche und dem schnell eingenommenen Mittagessen war es für die ganze Familie das größte Vergnügen, eine Wanderung durch Wald und Feld zu machen. Spiel und Gesang kamen zu ihrem Recht und gaben den Eltern und Kindern neue Lebenslust für die nächste arbeitsreiche Woche.
Des Vaters Gesundheit war nicht robust, schonen konnte er sich nicht. So kam es, dass er schon mit 45 Jahren seiner aufreibenden Arbeit nicht mehr voll nachkommen konnte und mit 48 Jahren einer Lungenentzündung erlag. Der Tod des Vaters traf die Familie schwer. Der älteste Sohn Carl August diente gerade seine drei Jahre beim Militär. Die Konjunktur für Rosshaar hatte in den letzten Jahren unter der Konkurrenz von Seegras und Kapok gelitten. Keines der Kinder war bei der Kundschaft des Vaters eingeführt. So fiel der Entschluss nicht schwer, das Rosshaargeschäft aufzugeben und sich ganz dem Weberhandwerk zu widmen, das einen großen Teil der Bewohner Wülfraths ernährte.


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                                                             ♥ Peter HERMINGHAUS          ∞ ca. 1709
  N.
|__________________________ | x1709 ♥ Johann Peter HERMINGHAUS  ≈ 13.05.1719 Breckerfeld
∞ ca. 1745
  Katharina Gertrud Wüster
| __________________________ | (1719-....)x1745 | | | |♥ N.  ∞ ca. 1709
  Peter Herminghaus
|__________________________ | x1709 ♥ Johann Peter HERMINGHAUS * 06.11.1745 Wuppertal-Barmen
∞ 20.06.1782 Wülfrath
  Anna Maria Montenbroich
† 11.02.1827 Wülfrath
| __________________________ | (1745-1827)x1782 | | | | _____________________________|__________________________ | | | | |♥ Katharina Gertrud WÜSTER  ∞ ca. 1745
  Johann Peter Herminghaus
| __________________________ | x1745 | | | |_____________________________|__________________________ |--♥ Johann Peter HERMINGHAUS≈ 23.03.1792 Kettwig
∞ 26.07.1815 Neviges
  Anna Gertrud Rocholz
† 14.06.1840 Wülfrath
| (1792-1840)x1815 __________________________ | | | ♥ Johann Jakob MONTENBROICH  * ca. 1700
∞ ca. 1726
  Katharina Gertrud Klaumann
† 1732 Kettwig
|__________________________ | | (1700-1732)x1726 | ♥ Johann Heinrich MONTENBROICH ≈ 08.09.1729 Kettwig
∞ 20.10.1754 Mettmann
  Maria Katharina Rosendahl
| | | (1729-....)x1754 | ♥ Johann Wilhelm KLAUMANN♥* ca. 1670
∞ 09.10.1695 Linnep
  Gertrud am Hagen
| | | | (1670-....)x1695 | | |♥ Katharina Gertrud KLAUMANN ≈ 12.07.1703 Linnep
∞ ca. 1726
  Johann Jakob Montenbroich
∞ 26.04.1733 Kettwig
  Johann Peter Beicken
|♥ Gertrud am HAGEN  ♥* ca. 1675
∞ 09.10.1695 Linnep
  Johann Wilhelm Klaumann
| | (1703-....)x1726 (1675-....) |♥ Anna Maria MONTENBROICH  ≈ 28.04.1765 Kettwig
∞ 20.06.1782 Wülfrath
  Johann Peter Herminghaus
| (1765-....)x1782 | ♥ Rütger ROSENDAHL  ♥≈ 11.09.1663 Mettmann
∞ ca. 1699
  Agnes von Hülsbeck
| | (1663-....)x1699 | ♥ Heinrich ROSENDAHL  ≈ 24.01.1703 Mettmann
∞ 24.02.1726 Mettmann
  Anna Gertrud von der Eick
† vor 1736
|♥ Agnes von HÜLSBECK  * ca. 1678
∞ ca. 1699
  Rütger Rosendahl
| | (1703-1736)x1726 (1678-....) |♥ Maria Katharina ROSENDAHL  ≈ 21.09.1727 Mettmann
∞ 20.10.1754 Mettmann
  Johann Heinrich Montenbroich
± 20.05.1802 Kettwig
| (1727-1802)x1754 | ♥ Johannes von der EICK  ♥* ca. 1650
∞ 04.02.1674 Mettmann
  Maria von Otzbach
∞ 17.10.1683 Mettmann
  Gertrud Kaldenberg
| | (1650-....)x1683 |♥ Anna Gertrud von der EICK  ∞ 24.02.1726 Mettmann
  Heinrich Rosendahl
∞ 10.06.1736 Mettmann
  Rütger Schwalbenberg
∞ 05.02.1741 Mettmann
  Jakob Langenscheid
|♥ Gertrud KALDENBERG  ♥* ca. 1660
∞ 17.10.1683 Mettmann
  Johannes von der Eick
x1726 (1660-....)
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